Corona-Schutzimpfung:

Die Erleichterung ist groß

Vor gut einem Jahr mussten die Betreuungshäuser in Beckum und Oelde und die Tagespflege in Wadersloh vorübergehend schließen. In der Politik ging die Angst vor dem Corona-Virus um. Medien berichteten über verheerende Ausbrüche in Alten- und Pflegeeinrichtungen, und so wurden schließlich „Betretungsverbote“ für unsere Einrichtungen von der Politik ausgesprochen. Die beiden betreuten Wohngemeinschaften im Oelder Norden mussten für zwei Monate auf Besuch durch die Angehörigen der Bewohner verzichten.

„Wir hatten in dieser Zeit ein Kontaktfenster, sodass sich unsere Bewohner und ihre Gäste zumindest sehen konnten. Aber das ist natürlich nicht dasselbe, wie persönlicher Kontakt“, erinnert sich Karin Fischer, Quartiersmanagerin im Oelder Norden. Gerade für Menschen mit Demenz seien Berührungen wichtig, die in dieser Zeit ausbleiben mussten. Immerhin: bewegte und bewegende Bilder konnten auch via Tablets und Video-Telefonie ausgetauscht werden – eine spannende neue Erfahrung für die Bewohner der WG.

In kürzester Zeit entwickelte das Team um Karin Fischer ein Hygienekonzept für die beiden Wohngemeinschaften mit insgesamt 24 Bewohnern. Zusätzliche Mitarbeiter wurden eingeplant, um das Besuchsmanagement zu regeln. Denn wer die Einrichtung betreten wollte, brauchte einen negativen Test und selbstverständlich eine Maske. Zudem war bei jedem Besuch ein schriftlich zu protokollierendes Symptom-Screening fällig. Darüber hinaus erfolgte bei jedem eine gezielte Anleitung und Einweisung in die Hygienemaßnahmen.

Flüssiges Gold

Als im November 2020 die Zulassung des BioNTech-Impfstoffs bevorstand, wurde Einrichtungsleiterin Fischer sofort aktiv, und nahm Kontakt zum Impfzentrum im Kreis Warendorf auf. In Kooperation mit einer niedergelassenen Ärztin vor Ort waren innerhalb weniger Tage alle Formalitäten erledigt, sodass am 30. Dezember 2020 der erste Impftermin feststand. „Als der Kurier mit dem Impfstoff bei uns vorfuhr, hatte man schon das Gefühl, dass da flüssiges Gold transportiert wird“, so Fischer. Unter Polizeischutz wurden die speziellen Kühlboxen für den BioNTech-Impfstoff ausgeladen. Fischer persönlich achtete auf jeden Milliliter und sorgte für einen absolut reibungslosen Ablauf der Impfungen.

„Zum Glück haben alle Bewohner beziehungsweise ihre Angehörigen und Betreuer der Impfung sofort zugestimmt“, berichtet Fischer. Die Erleichterung im Team und unter den Bewohnern ist nach der Impfung immer noch groß. Dennoch seien sie weiterhin von der Normalität vor Corona entfernt, so Fischer. „Die Angehörigen besitzen ja eigene Hausschlüssel und können eigentlich kommen und gehen, wann sie wollen. Jetzt aber kommt man nur noch mit einem aktuellen negativen Corona-Test ins Haus.“

Was anfänglich für einige der WG-Bewohner verstörend wirkte, hat sich schon fast zur Normalität wie das Anschnallen im Auto entwickelt: Alle Pflegekräfte und Mitarbeiter tragen bei der Arbeit FFP2-Masken, alle bekommen dadurch ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit. „Die beliebten Besuche von Kindergartenkindern in den WGs können zwar noch nicht wieder stattfinden, aber wir können mit einigen Bewohnern mal einen Spaziergang zur Kita machen, und den „Zwergen“ unsere Verbundenheit zeigen. Und die Gottesdienste unter freiem Himmel sind ja immer schon etwas Besonderes gewesen“, sagt Karin Fischer.

Auf Abstand in der Tagespflege

Gäste und Pflegekräfte in der Caritas-Tagespflege in Wadersloh sind mittlerweile größtenteils geimpft. Alle Vorbereitungen wurden schon einmal Ende Januar getroffen, dann kam der Erlass vom Düsseldorfer Ministerium, das Impfen in der Tagespflege werde erst einmal zurückgestellt. „Mit den unschönen Konsequenzen hat man uns dann allein gelassen: nämlich sämtliche Haushalte unserer Gäste anzurufen und ihnen die schlechte Nachricht von der Impf-Absage zu übermitteln“, sagt Geschäftsführer Weber.

Die Mitarbeiterinnen wurden im Februar erstmalig in Ennigerloh geimpft. Im März dann die große Erleichterung: es kann in der Tagespflege geimpft werden. Mit der Unterstützung der Wadersloher Hausärztin Sonja Westkemper fand die Erstimpfung am 11.03.2021 statt.

Die „Angst im Nacken“ sei nun verschwunden, auch wenn der Alltag in der Tagespflege immer noch deutlich anders sei als vorher, meint Susanne Rünker, Leiterin der Tagespflege. „Unser Haus darf 15 Gäste pro Tag betreuen, aber seit Pandemiebeginn können wir nur noch 10 bis 12 Personen aufnehmen, die dann in kleinere Gruppen aufgeteilt werden müssen.“ Allerdings sei der Betreuung in diesen „Kleinstgruppen“ auch durchaus etwas Positives abzugewinnen. Intensität und Individualität der Zuwendung seien noch höher als sonst, so Rünker. „Natürlich müssen die Gäste Abstand zueinander halten bzw. eine Maske tragen.“ Beides sei bei Pflegebedürftigen mit mehr oder weniger fortgeschrittener Demenz mitunter schwer zu vermitteln. Aber nach dem Motto „man gewöhnt sich an alles“ haben sich unsere Gäste sich gut auf die AHA-Regeln eingelassen und sind froh, dass die Tagespflege wieder regelmäßig geöffnet ist.

Zu Pandemie-Beginn wurde von der Politik für mehr als zwei Monate ein Betretungsverbot verordnet, danach durften die Gäste schrittweise erst einen Tag pro Woche, später zwei und mehr wieder kommen. Neue Tagespflegegäste brauchen einen negativen PCR-Test, um aufgenommen zu werden. Schnelltests und FFP2-Masken gehören zum Arbeitsalltag der Pflegekräfte und Mitarbeiter.

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